Das Spielsystem
Das Regelsystem von SCHATTENLINIEN orientiert sich am Geist klassischer, eher realistischer Rollenspiele. Figuren werden nicht über Klassen oder Stufen definiert, sondern über Eigenschaften, Fertigkeiten, berufliche Erfahrung, persönliche Belastungen und ihre Rolle innerhalb einer Operation.
Im Mittelpunkt stehen nicht Beute, Machtzuwachs oder übernatürliche Fähigkeiten, sondern Kompetenz, Risiko, Druck und Konsequenzen.
Figuren
Charaktere in SCHATTENLINIEN können aus sehr unterschiedlichen Bereichen stammen:
- Ermittlungsbehörden,
- Journalismus,
- Sicherheitsbranche,
- Datenanalyse,
- Medizin,
- humanitäre Arbeit,
- Recht,
- Wissemschaft,
- Aktivismus,
- Nachrichtendienstumfeld,
- private Ermittlungen,
- Aussteiger- und Quellenmilieus.
Eine Figur ist nicht interessant, weil sie alles kann, sondern weil sie über bestimmte Zugänge, Erfahrungen, Schwächen und Loyalitäten verfügt.
Proben und Risiko
Proben klären, ob eine Figur unter Druck die richtigen Schlüsse zieht, eine Quelle schützt, ein Dokument entschlüsselt, eine Lüge erkennt, sich Zugang verschafft oder in einer gefährlichen Situation die Nerven behält.
Das System legt Wert auf nachvollziehbare Risiken. Ein misslungener Wurf bedeutet nicht immer Stillstand. Oft bedeutet er:
- Zeitverlust,
- Aufmerksamkeit,
- beschädigtes Vertrauen,
- unvollständige Informationen,
- juristischen Druck,
- Gefahr für eine Quelle,
- Eskalation durch eine Fraktion.
Recherche und Beweisketten
SCHATTENLINIE behandelt Hinweise nicht als lose Einzelstücke. Eine Operation gewinnt Spannung dadurch, dass Fragmente zu einer Beweiskette werden.
Typische Beweisstufen sind:
- ein erstes Fragment, das Verdacht erzeugt.
- ein belastbarer Hinweis, der eine These stützt,
- ein gesicherter Beweis, der Wissen, Handlung und Motiv verbindet.
Die Gruppe muss nicht nur herausfinden, was passiert ist. Sie muss auch entscheiden, wie sie mit der Wahrheit umgeht.
Konflikte
Konflikte in SCHATTENLINIEN sind nicht nur körperlich. Besonders wichtig sind:
- soziale Konflikte,
- juristischer Druck,
- institutionelle Blockaden,
- mediale Gegenkampagnen,
- Quellengefährdung,
- Zeitdruck,
- moralische Entscheidungen.
Gewalt kann vorkommen, ist aber selten die einfachste oder sauberste Lösung. Oft erzeugt sie neue Probleme.